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Die Heimat des Gos d’Atura Català |
| Rasseportrait von Dr. Hans Räber |
| Aus der Zeitschrift „Hunde“ vom 27. März 1992 |
| Zusammenfassung von Anita Jasper |
Die
Heimat des Gos d’Atura Català ist die nordspanische Provinz Katalonien, die von der
spanisch-französischen Grenze der Küste entlang bis zum Delta des Ebro bei
Im
Jahre 1911 wurde die „Real Sociedad Central de Formento de las Razas Caninas
en Expaña“ gegründet. Eine ihrer ersten Aufgaben war es, die einheimischen
Hunderassen zu erhalten und zu fördern, so auch den damals
„Gos de Tura“ genannten katalonischen Schäferhund. In das spanische
Stammbuch (LOE), Band III, erschienen 1915, wurde der erste Gos d’Atura-Rüde
Piar eingetragen. Im Band XII des LOE, erschienen 1924, finden wir Milan. Dieser
Rüde war der erste Gos d’Atura Català, der 1923 an einer Ausstellung in Barcelona
einen Extra-Preis in der Jugendklasse und in der Arbeitsklasse eine vom König
gestiftete Medaille erhielt. 1926 gewann Milan sein erstes CAC, obwohl damals
noch kein Standard für die Rasse bestand.
Auf der
Ausstellung vom 22. – 24. Juni 1929 in Barcelona erschienen nun bereits sieben
Gos d’Atura Català, nämlich in der Jugendklasse Cim und Xixu, in der Arbeitsklasse
Tac, Blac, Pelut und Fellow und in der offenen Klasse die Hündin Iris. Die
Anwartschaften auf den Championtitel (CAC) erhielten der Rüde Tac, ein Sohn von
Milan, und die Hündin Iris.
Nach
den beiden CAC-Gewinnern Tac und Iris erarbeitete der Tierarzt Dr. Agustin
Franco aus Ribes de Fresser den ersten Standard, der als erster Standard einer
spanischen Hunderasse von der F.C.I. anerkannt wurde. Dennoch ging es mit der
Reinzucht der Rasse viele Jahre lang nicht voran (Bürgerkrieg, etc). Das änderte
sich erst als 1978 in Katalonien ein Club zur Förderung des
Gos d’Atura Català gegründet wurde. Der neue Präsident der Sociedad Canina
Catalunya, Dr. Evaristo Sannlehi nahm sich der Rasse an. Er darf als der
eigentliche Pionier und Förderer des Gos d’Atura Català bezeichnet werden. Er
ermunterte einen Gos d’ Atura- Besitzer, den er zufällig auf einem Spaziergang
traf, an einer Ausstellung teilzunehmen und stiftete einen Pokal, in der
Hoffnung, mehrere Gossos-Besitzer würden ihre Hunde ebenfalls an Ausstellungen zeigen. Er hatte damit Erfolg. Mit den beiden Hunden Menut und
Tina wurde dann der erste führende Gos d’
Atura- Zwinger „Los Laketania“
begründet.
Ein
Sohn der beiden – Ungos – wurde spanischer und französischer Champion und
1974 Weltsieger Paris. Er wurde eine der wichtigsten Säulen in der Reinzucht
des Gos d’Atura Català. Die Leute des Clubs suchten nun nach weiteren typischen
Hunden und fanden in der Zeit zwischen 1972 und 1982 31 Hunde, die sie als zur
Zucht tauglich erklärten. Sie brachten endlich die dringend notwendige
Verbreiterung der Zuchtbasis. Zu seiner
heutigen Popularität hat wohl auch die Gründung eines universitätseigenen Gos
d’Atura Catalá-Zwingers an der Universität Madrid beigetragen. Zum Zweck von
zootechnischen Studien an dieser Rasse hatte
Prof. Rafael Sarazá mit der Zucht begonnen. Nach seinem Tod 1972 wurde
der Zwinger aufgelöst. Eine Schülerin von ihm -
Josefina Alvila – verfasste eine Doktorarbeit über den Gos d’Atura Català.
Für ihre Dissertation studierte und untersuchte sie insgesamt 77 Hunde. Im März
1982 organisierte die Universität von Córdoba ein Symposium über die
spanischen Hunderassen, an dem Dr.
Josefina Alvila über den Gos d’Atura Català referierte.
Unterdessen
ist der Gos d’Atura Català in Spanien zu einer populären Hunderasse geworden und auf
Ausstellungen nicht mehr wegzudenken. Bei einer Ausstellung spanischer Hunde im
Jahre 1981, an der 122 Hunde teilnahmen, wurde ein
Gos d’Atura
Català „Bester Hund
der Ausstellung“ und im Jahre 1982 wurde der Gos
d’Atura Català „Frodo de Quinta
Aurea“ bester Hund der Ausstellung.
Doch
neben seiner Laufbahn zum anerkannten Ausstellungshund ist der Gos d’Atura
Català in
Spanien der rustikale Arbeitshund geblieben, der seine Arbeit bei der Schafherde
leistet, der an Arbeitsprüfungen zu sehen ist, aber zunehmend in den letzten
Jahren auch seinen festen Platz in der Familie erobert hat. Er ist dem Menschen
ein unermüdlicher Begleiter beim Joggen, Radfahren oder Wandern und erfreut
sich gerade in Deutschland großer Beliebtheit.