Der
Blick des Gos d‘Atura
Ich
beginne diese kleine Reflektion ganz absichtlich, indem ich mich auf den Blick,
auf die Art zu schauen des Gos d‘Atura beziehe, und nicht auf seine Augen,
obwohl ich über beide Argumente meine Bemerkungen machen werde. Und ich beginne
mit dem unzulässigen Teil, dem Blick, weil er irgendwie eines der Wesen der
Rasse, ein seiner typischen Merkmale, beinhaltet. Die Form, die Art zu blicken
ist etwas, was wir auf subjektiver Art beobachten und interpretieren und das ist
deshalb schwierig zu konkretisieren und darzustellen. Trotzdem beschäftigt sich
die Hälfte der wenigen Zeilen, die der derzeitige Standard den Augen widmet,
mit dem Blick. Die andere Hälfte spricht über körperliche Merkmale und eine
Zeile beschäftigt sich mit den Augenlidern.
So
im Standard des Jahres 1929 wie im aktuellen wurde die Ausdrucksstärke des
Blickes des Gos d‘Atura betont, und im letzten Standard wurde hinzugefügt, daß
der Blick lebendig und intelligent sein soll, nachdem die Wichtigkeit dieses
Merkmals für diese Rasse nochmals betont wurde. In den letzten Jahren sind
diese Aspekte von einigen Züchtern und Ausstellungsrichtern wenig aufgewertet
worden. Oft sitzen in den Boxen der Ausstellungen ausdruckslose Exemplare, mit
gesenktem oder gar traurigem Blick, der von einem ähnlichen Benehmen begleitet
wird. Es geschieht auch häufig, daß solche negative Merkmale übergegangen
werden.
Was
die Anatomie betrifft, setzt der Standard drei Eigenschaften fest: Die Augen
sollen rund, sehr offen sein und eine Farbe haben, die am dunklen Bernstein
erinnert.
Die Form der Augen wird durch das Wort „redondeada“ (= rund, abgerundet) klar ausgedruckt, und deshalb soll als ein Mangel betrachtet werden, wenn die Exemplare Schlitz- oder mandelförmige Augen haben. Der Ausdruck „sehr offen“ vervollständigt die anatomische Beschreibung der runden Augen und schließt sich an der Lebendigkeit und Ausdrucksstärke des Blickes. Die Verfassung des ersten Standards, der nur eine Farbe und eine Farbtönung vorsah, wird aufrecht erhalten: „eine dunkle Bernsteinfarbe“. Der Bernstein ist ein fossiles Harz, das in den letzten Jahren eine verbreitete Anwendung in Schmuck- und Dekorationsgegenständen fand, dessen Farbe eine breite Tonpalette von dunkelgelb bis dunkelorange mit Brauntönen umfaßt, und er ist gelblicher und intensiver als der Topaz. Leider sind die Exemplare, die eine solche Augenfarbe haben, in der Minderheit und es gibt bestimmt Liebhaber dieser Rasse, die einem Exemplar mit dieser Augenfarbe noch nicht begegnet sind. Wenn man die typische Farbe dieser Augen beschreiben sollte, sollte man von einem honig- und mahagonifarbenem Ton mit einem leicht rötlichen Stich sprechen, und dieser Stich kommt von der orangenen Farbe, die ein Bestandteil der Bernsteinfarbe ist. Die Mehrheit der aktuellen Exemplare haben hell- bis dunkelbraune Augen und einige haben praktisch schwarze Augen. Das ist etwas, das die Gegenwart als normal akzeptiert, aber, ohne daß solche Exemplare als fehlerhaft betrachtet werden sollten, sollte man die Exemplare fördern und prämiieren, die die ursprüngliche Augenfarbe haben. Paradoxerweise geschieht nicht zum ersten Mal, daß ein für diese Rasse nicht fachkundige Richter als ein Mangel betrachtet, was in Wirklichkeit eine seltene Tugend dieser Rasse ist. Wir weisen auch darauf hin, daß der Standard verlangt, daß die Bernsteinfarbe dunkel sein soll und daß deshalb helle Augen ein großer Mangel sind. Trotzdem haben die jüngere Exemplare oft einen helleren Ton, und dieser hellere Ton kann bis zwei Jahren bestehen, bis er dann dunkler wird und die gewünschte Farbe erreicht. Die Hunde, die im ausgewachsenen Alter bernsteinfarbene Augen haben, haben als Welpen von wenigen Wochen sehr dunkelbraune Augen, und deshalb ist es schwer vorzusehen, ob ein Welpe später bernsteinfarbene Augen haben wird. Die Beschreibung des Standards fügt noch einen Satz über die Augenlider hinzu: „schwarz umrandet“. Es ist etwas, das im alten Standard galt und noch heutzutage gilt. Unabhängig von der Farbe des Rückenfells müssen die Augenlider schwarz umrandet sein, und es muß eine schwarze Farbe ohne Nuancen sein: Die graue oder dunkelbraune Pigmentierung wird nicht akzeptiert und das Nichtvorhandensein an Pigmentierung in den Lidern gilt im aktuellen Standard als Ausscheidungsgrund, genau so wie die blauen Augen. Man soll zwar berücksichtigen, daß Verletzungen infolge von Wunden, Infektionen oder Entzündungen die dunkle Hautpigmentierung am Rande der Lider vorübergehend schwächen können, aber die richtige Farbe erscheint später wieder.
Etwas Ergänzendes ist, was der Club vor Jahren betonte und gelegentlich wieder beobachtet wird: Die Augen müssen sichtbar sein, sie dürfen nicht durch die Stirnhaare oder eine hervortretende Stirn verdeckt werden. Deshalb soll jeder Hund, der dieses negative Merkmal hat, mit Strafpunkten belegt werden und das darf man nicht übergehen.
Ein anderes Merkmal, worüber bis jetzt noch nichts geschrieben wurde, ist die Eigenschaft des Felles, das die Augen umrandet, vor allem in der Höhe der Backen, und zwar bei den ursprünglichen, typischeren Exemplaren. In dieser Zone kann man ein gesprenkeltes oder marmoriertes Fell beobachten, oder, wie einmal von einem Züchter beschrieben, „ein Fell wie bei den Wildschweinen“. Es ist ein Merkmal, das bei diesen Exemplaren schon im zweiten Lebensmonat beobachtet werden kann und das gleichzeitig an den Pfoten anfängt.
Wir beenden diesen Vortrag, indem wir betonen, daß es wichtig ist, einigen Merkmalen dieser Rasse Aufmerksamkeit zu schenken und sie aufzuwerten, denn sie bilden die Grundlage der Typizität derselben und deshalb sind sie ein Teil ihres Wesens.
Zitat Seite 78:
Es handelt sich um eine vielseitige Rasse, die nicht nur wegen ihrer Nützlichkeit als Hirtenhund herausragt, sondern auch wegen ihres außergewöhnlichen Charakters.
Zitat Seite 80:
Er ist ein gehorsamer, obwohl dickköpfiger, und manchmal sensibler Hund, mit einem Sinn für die Autorität.
Zitat Seite 82:
Sie hat den Charakter eines Hirtenhundes, er ist deshalb mißtrauisch gegenüber den Fremden und wartet, bevor er eine Entscheidung trifft.
Zitat Seite 84:
Die Struktur des Felles ist ein Bestandteil der Rasse. Ein Hirtenhund kann kein seidiges Fell haben.
F. S. MARTÍNEZ DEBÉN
(Fachrichter)