Ein Hüte-Tag in den Pyrenäen
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Am 30.April in der Früh starteten wir von unserem Urlaubsort Pals in die Pyrenäen zum Hütetest des Gos d’Atura Clubs Spanien. Die Fahrt war grandios mit fantastischen Ausblicken auf die schneebedeckten Gipfel bei herrlichem Frühlingswetter. Wir waren 3 ½ Stunden unterwegs, davon schlängelte sich die Straße eine gute Stunde lang über enge Serpentinen in die Höhe. |
Das war nun wirklich der ultimative Test für unsere Vamba, die, als sie Ende September zu uns kam, größte Schwierigkeiten selbst bei kurzen Autofahrten hatte. Eine mehrwöchige Kur mit Cocculus-Globoli hat sie glücklicherweise definitiv fahrtüchtig werden lassen.
Endlich angekommen, leider hatten wir das Kennenlernspielen der Hunde bereits verpasst, ließen wir uns von Isabel Gomis über den geplanten Ablauf des Tages instruieren.
Derweil wieselten um die 30 Gossis in allen Altersgruppen (genau wie ihre menschlichen Begleiter) übers Gelände. Allein das war für uns ein großes Erlebnis.
Im Hintergrund tummelte sich eine kleine Schafherde. Ob die Tiere bereits ahnten, dass all die Hunde auf sie angesetzt werden würden? Irgendwie konnten sie einem schon Leid tun.
Zum Glück waren es nicht nur ahnungslose Hunde, sondern auch bereits ausgebildete, die sich da versuchten. Z.B. hütete ein hübscher brauner Rüde mit seinem belgischen Führer daheim ebenfalls eine kleine Herde. Erstaunlich war auch, mit welchem Eifer ein wenige Monate alter Junghund eines Hirten schon an den Schafen arbeitete.
Einer nach dem anderen, vom Welpen bis zum reifen Catalanen, wurde zunächst an den Hag geführt. Dort hieß es erst einmal an der Leine mit Herrle oder Fraule (sie sollten stumm bleiben) herumzulaufen. Dann durften die Hundeführer/innen hinein zu den Schafen, während die Hunde draußen weiter ihre Kreise um die Herde ziehen sollten. Endlich kam der Moment, wo auch der Hund in den Hag gelassen wurde.
Während wir Hundeführer von den Schäfern gesagt bekamen, was zu tun sei, reagierten die Hunde natürlich ganz unterschiedlich auf die ihnen ja meist fremden Möglichkeiten. Wir erfuhren, dass es noch kein Grund zum Zweifeln sein muss, wenn ein junger Hund zunächst keinerlei Interesse an den Schafen zeigt. Es gibt wohl immer wieder Hunde, die ihre ausgezeichnete Hüteeigenschaften erst später entwickeln.
Meine junge Vamba z.B. interessierte sich in keiner Weise für die Schafe. Es waren eher deren Hinterlassen-schaften, die sie beschäftigten.
Anders Lira, die, wenn auch recht gemäßigt, eine gewisse Aktivität entwickelte. Man darf ja auch nicht vergessen, dass Schafe im Alltag bislang absolut tabu waren. Ich habe das immer trainiert, wenn vorm Wintereinbruch die Herden vom Schwarzwald herunter an unserem Haus vorbei ins Rheintal zogen. Übrigens ließ Lira nun nach dem Test ab sofort keine unbeobachtete Gelegenheit mehr aus, sich unangeleint ständig in Richtung Herde weg zu stehlen…
| Als dann alle Hunde sich hatten versuchen dürfen und die Hundeführer/innen ein Zertifikat in Händen hielten, auf dem verbürgt war, ob ihr Hund Hüteanlagen zeigt oder eher nicht und etliche Teams sich hatten parallel dazu ein wenig ins Ringtraining einweisen lassen , zogen wir zum Essen in eine nahe gelegene ländlich Wirtschaft. Dort saß man lange angeregt plaudernd beisammen und delektierte sich an einem köstlichen Mahl. |
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Derweil konnten sich auch die geplagten Schafe ein wenig erholen. Schließlich mussten sie ja noch einmal herhalten. Ein zweiter Versuch für die Hunde war nämlich möglich. Und ich muss sagen, der zweite Versuch war es wert. Lira zeigte sich viel freier an den Tieren.
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Ich setzte etliche meiner Agility - Kommandos erfolgreich
ein, um den Hund um die Herde zu leiten. Ich könnte mir durchaus vorstellen,
wenn die Möglichkeit zur Schafhaltung bestünde, das Hüten in meinen
Arbeitskatalog mit den Hunden aufzunehmen. Es war ein wunderschöner Tag in herrlicher Umgebung (die man gern erwandern würde). Dank an alle, die ihn ermöglicht haben. Wir hoffen, dass sich einmal wieder so eine Gelegenheit bietet.
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Derweil können wir unsere Sehnsucht immer dann nähren, wenn wir in dem fantastischen Buch über die Herden in den Pyrenäen blättern, das wir dort erworben haben:
Mil Anys
Pels Camins
De L’Herba
El llegat d’un mòn que s’acaba
Ferran Miralles
Fotografia Jordi Tutusaus
editorial e f a d ò s
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Christiane Glogau |
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